Spirituose, das ist der Oberbegriff für alle alkoholischen Getränke. Aus dem lateinischen (Spiritus) kommend, bedeutet es Geist und ist das Ergebnis des Destillierens (vergeistigen) eines vergorenen pflanzlichen, zuckerhaltigen Produktes.
Das Verfahren ist immer und überall gleich: Erhitzt man eine Flüssig-keit (bzw. Maische) mit geringem Alkoholgehalt, so siedet der darin enthaltene Alkohol früher (78,3°C) als das darin enthaltene Wasser. Er steigt als Dampf auf und wird über eine Kühlschlange wieder flüssig. Hierbei trennt man den gewünschten Alkohol (Mittellauf=
Ethylalkohol) nicht nur von den ungenießbaren Alkoholen (im Vorlauf=
Methylalkohol, Aceton, Propanol, Ethylacetat), sondern man trennt ihn auch von den anderen nicht gewünschten Bestandteilen, dem Nachlauf wie zum Beispiel „Fuselöle“ (Butanol, Hexanol, Pentanol). Als Methode hierfür kennt man weltweit die Destillation über eine Brennblase (Pot Still oder Alambic), sowie die Destillation über eine Kolonne mit Glockenböden.
Wo auf der Welt zum ersten Mal die Technik der Destillation ange-
wendet wurde, lässt sich heute nicht mehr exakt feststellen. Sicher ist, dass die Wurzeln bis weit in die Vergangenheit reichen. Wahrscheinlich sind es die Araber, denen man diese Erfindung zuschreiben muss, denn aus Ihrer Sprache entstammt das Wort Alkohol (Al Khôl). Die Kreuzfahrer schließlich brachten die Kunst des Destillierens mit in ihre europäischen Heimatländer.
Nachstehend möchten wir die einzelnen Produktgruppen etwas näher beleuchten und die typischen Eigenschaften darstellen: